Tunesien

Törnbericht:

Bizerte ist die viertgrößte Stadt Tunesiens. Touristen – abgesehen von den Einheimischen – verirren sich selten dorthin. Es führt eine sehr schöne Uferpromenade zur Altstadt. Was gleich auffällt, sind die vielen jungen Leute. Wir werden natürlich gleich als Tourist geortet. Die Tunesier sind teils modern und Teils traditionell gekleidet, was zum Teil sehr chic aussieht.

Als wir mit unserem Reiseführer in der Altstadt stehen, kommt sofort Habib auf uns zu. Er hat in Deutschland im Wienerwald gearbeitet und will uns natürlich gleich alles zeigen. Wir haben ihn erst einmal vertröstet, da wir noch kein Geld tauschen konnten. Ein Blick durch die Markthallen versprach uns ein exzellentes Angebot an allem. Man muß sich allerdings an die Geräuschkulisse gewöhnen. An dem achtlos weggeworfenen Müll wert man doch, daß man in Afrika ist.

Am nächsten Tag haben wir Geld getauscht und eine tunesische SIM-Karte erworben. Nun ist das Wichtigste vollbracht – Peter hat sein Internet!!! Im Yachthafen von Bizerte gibt es ein sehr gutes Restaurant. Wir haben hier vorzüglich gespeist. Wie blichen noch eine Woche hier und haben ca. 13 Euro inkl. Strom bezahlt.

Ein wenig lästig war das Wachpersonal hier, das ständig irgendetwas erbetteln wollt.

Am 19.05.2007 segeln wir dann in den Golf von Tunis nach

Side Bou Said.

Der Hafenmeister winkt uns in das letzte Loch im Hafen (Hafengeld 28 Euro). Diesen Platz wechseln wir dann noch, um doch noch etwas Privatleben zu haben. Hier haben wir einen sehr freundlichen und professionellen Empfang und keine Bettelei wie in Bizerte. Oben am Hand liegt das kleine Künstlerdorf Sidi Bou Said – ein schöner Name für ein schönes Dorf. Es fällt auf durch seine weißen Häuser mit den blauen Türen und den mit Schmiedeeisen vergitterten Fenstern – ein traumhafter Anblick.

Nach 15 Minuten Fußweg vom Yachthafen erreicht manMetro, die uns in 25 Minuten nach Tunis bringt. Auch hier wieder ungewöhnlich viele Schüler und Studenten unterwegs – selten mit Kopftuch, und wenn, dann z.T. sehr elegant. Sie sind sehr höflich und stehen für alte Leute sofort auf. Was noch auffällt, ist die große Polizeipräsenz. Wir haben uns immer sehr sicher gefühlt. Tunis entpuppt sich als hochmoderne Stadt – hier trifft man wirklich alles – leider auch Touristen in Badeshorts. Nur in der Medina und den Souks merkt man, daß man in Afrika ist.

Einen Ausflug haben wir noch nach Karthago gemacht, das ebenfalls mit der Metro zu erreichen ist. Nach einer Woche ging es dann weiter nach

Kelibia.

Unser Absprunghafen nach Europa, d.h. Pantelleria. Kelibia (Hafengeld 4,20 Euro) ist ein Fischereihafen mit wenig Platz für Transitgäste. Wir gehen längsseits an einen 70 Jahre alten Fischkutter unter englischer Flagge. Der Skipper, ein Schotte, liegt hier schon 6 Monate und so sah das Schiff auch aus. In der Stadt gibt es div. Märkte. Der Supermarkt hat den Verkauf von Alkohol auf den Hinterausgang verlegt. Vor der Tür sitzt ein alter Mann, der Schwarze Plastiktüten verkauft, falls jemand nicht dabei hat, um seine sündigen Flaschen zu verstecken. Wir hatten was dabei!!! Der kelibische Weißwein Muscat sec. ist hier nämlich ganz bekannt. In einem anderen Supermarkt konnten wir beobachten, daß freitags das Alkoholregal mit großen Tüchern abgehängt wurde. Freitags also nie!

Leider haben wir mehrere Tage Starkwind. Die Fischer laufen nicht aus. Dafür kommt eine Charteryacht – wie üblich mit acht Kerlen drauf – bei uns längsseits und wir entgehen ganz knapp einem Crash. Aufgrund meines Meuternd legt uns der Hafenmeister – auch er hieß Habib – keine weiteren Boote mehr ins Päckchen. Dafür bittet er abends sehr dezent um eine Flasche Wein, die er natürlich auch bekommt.

Zum Abschied bekommt er noch unser ganzes tunesisches Kleingeld und meine überflüssigen Handmixer.

Ja, das war Afrika – auf jeden Fall eine Reise wert – viele neue Eindrücke. Wir haben die Tunesier als sehr freundliche Menschen kennen gelernt.

(Text: Karin)