Kasinga Sardinien

2001 haben Karin und Peter die SY Kasinga nach der Taufe von Cuxhaven über Portugal und die Balearen ins Mittelmeer nach Sardinien überführt, wo Kasinga bis 2015 in verschiedenen Häfen ihren vorübergehenden Heimathafen hatte. Im Herbst 2013 haben wir Karin und Peter auf Sardinien besucht.

Auf unserem Törn von Cannigione-Bonifacio (Korsika) – la Maddalena nach Olbia hat Peter uns Kasinga erklärt und uns in die Geheimnisse des Schiffes eingeweiht.  Nach dem schmerzlichen Abschied von Peter, im März 2014, haben Tochter Sandra und ihr Freund Micha Kasinga übernommen. Wir hatten uns dazu entschieden, das Schiff vorerst im Hafen von Santa Maria di Navarrese auf Sardinen zu belassen.

Im Sommer haben wir mit Michas Kindern, Line Solveig und Jan Frederik, die Sommerferien auf Kasinga genossen.  Im Herbst 2014 sind wir nochmals mit Line und einer Freundin auf Sardinien gewesen, um Kasinga auf die Überführung nach Marseille (Port Napoleon) vorzubereiten. Wir haben nach reiflicher Überlegung beschlossen, Kasinga auf die kalte Ostsee zu holen. Der Abschied ist uns nicht leicht gefallen und wir haben die wenigen herbstlichen Tage auf Kasinga in der „Freilis-Bucht“ bei Arbatax mit ausgiebigem Baden genossen.

Ende April 2015 sind wir nach Olbia (Sardinien) geflogen, um Kasinga nach Marseille zu überführen. Von dort sollte es über den Landweg nach Neustadt (Ostsee) gehen. Es war, bis auf ein paar kleinere Gepäckprobleme ein toller Torn. Sandras Koffer stand leider aufgrund von defekten Gepäckbändern noch in Hamburg und die Italiener am Flughafen von Olbia waren nicht gerade die schnellsten, den Koffer a.s.a.p. nach Olbia zu holen. Nach unzähligen Telefongesprächen am Freitag, Samstag und Sonntag wurde der Koffer schließlich über Frankfurt nach Olbia geleitet und sollte am Montag gegen 1700 in Olbia eintreffen. Am Montag Morgen sind wir mit Kasinga Richtung Olbia aufgebrochen und gegen 1600 im Hafen von Olbia eingetroffen und haben via Taxi den Koffer vom Flughafen abgeholt. Es war ein riskanter Plan, denn der Auftrag bestand darin, den Koffer nach Navarrese zu transportieren. Versuche dann einmal, einen Italiener von diesem Plan wieder abzubringen und den Koffer in Olbia zu belassen ; ). Es war ein herrlicher und beindruckender Törn über das Mittelmeer. Als wir im Golfo di Orosei waren, gesellte sich eine Delfinschule zu uns und spielte mit Kasinga.

Am Abend bekamen wir noch Besuch von einem Vogel,
wahrscheinlich ein Nachkömmling aus der Familie, die bereits 2002 Kasinga besucht hat (siehe hier). Das schönste
Erlebnis hatten wir zu unserer Nachtwache gegen 2300, als einige Wale unsere Route kreuzten.

Wir hatten Glück und der Mistral hat uns ein knappes Zeitfenster geöffnet und nach Ankunft in Marseille auch sofort wieder geschlossen. So haben wir Port Napoleon sicher erreicht und konnten Kasinga für den Straßentransport vorbereiten. Es war nicht einfach, denn es musste Alles abgebaut werden, was höher war, als die beiden Winschen. Kasinga gab nach der Vorbereitung ein klägliches Bild einer stolzen Segelyacht  ab. An Michas Geburtstag haben wir den Mast gezogen. Was für ein Tag! Im Vergleich zu Michas Hanse 311 war dieser Mast wirklich eine andere Dimension. Alles war größer und schwerer. Außerdem hat der Mistral an seinem Geburtstag für reichlich Wärme gesorgt. Das Rigg stand seit über 15 Jahren und die beiden Mitarbeiter der Werft hatten größte Mühe die Wantenspanner zu lösen. Nach den anstrengenden Demontagearbeiten gönnten wir uns noch ein paar erholsame Tage in Saint-Jean-Cap-Ferrat in der Nähe von Nizza, von wo aus wir wieder nach Hamburg flogen. Ende Mai kam dann der Spediteur um Kasinga zu verladen. Die Videoüberwachung des Hafens lieferte uns gute Bilder vom Abtransport. Doch o Schreck: wir hatten uns größte Mühe gegeben, die Scheibe für den Transport (vorwärts) zu sichern . Wer konnte denn ahnen, dass Kasinga rückwärts nach Neustadt reist. Aber alles ging gut und Anfang Juni kam Kasinga heil in Neustadt an.

Seither hat Kasinga ihren Liegeplatz in der Ostsee.