6. Lissabon – Lagos

Törnbericht

In der sehr modernen und freundlichen Marina Cascais liegt man ausgezeichnet. Das elegante Städtchen ist der feine Vorort von Lissabon mit häufiger und schneller Bahnverbindung. Nach der Genesung der Crew laufen wir fast gleichzeitig mit Pavlow aus. Aus dem geplanten Race wird leider nichts, da der kräftige Morgenwind bald einschläft. So motoren wir gemeinsam nach Sines.

In Sines finden wir eine herzliche Aufnahme in der kleinen Marina. Nach einem kleinen Fussmarsch erreichen wir die noch sehr ursprüngliche Altstadt. Hier wurde Vasco da Gama geboren. Die Einwohner sind natürlich
entsprechend stolz und haben auf der Burgmauer ein grosses Denkmal errichtet.

Heute am 5. August 2001 endlich der laut Seehandbuch typische Norder mit 5-6 Windstärken, dazu einherzhafte Dünung. Wir machen mit ausgebaumter Genua Rauschefahrt. Vor Kap San Vicente ist der Wind weg. Wir motoren um das beeindruckende Kap herum. Dann zeigt es uns wer hier das Sagen hat und schickt einen Nordwind von gut 7. Stört aber nicht, da in der Abdeckung des Kaps die See ruhig ist. Gerefft laufen wir mit halben Wind sehr schnell die Strecke bis Lagos.

In Lagos haben wir zum Glück einen Winterplatz
reserviert. Die Marina ist voll belegt. Wir erkunden die Stadt und alle Einrichtungen in der Marina. Die Stadt ist jetzt im August voller Touristen, aber es gibt noch einheimische Viertel und Lokale. Wir erleben einen Amateur-Fado-Abend in einem gemütlichen Restaurant. Das Wetter ist sonnig, aber nicht heiss, ab 14 Uhr setzt regelmässig ein kühler Nordwind ein. Wir wandern am Strand bis zur Lagune von Alvor. Dort wollen wir im Herbst einige Tage ankern.

Es war insgesamt eine schöne und erlebnisreiche Fahrt aus dem kalten Norden in angenehmere Breitengrade. Den Schlenker über Frankreich auf dieser Reise können wir nur empfehlen. Es wäre schade diese Küste nicht erlebt zu haben. Insgesamt sind wir 2.149sm gefahren, davon leider viele unter Motor. Der Grund sind die Nebelfahrten in Nordspanien/Portugal und der Westwind mit hoher Dünung an der spanischen Biskaya-Küste. Wir haben uns 2 Monate Zeit gelassen und sind 33 Häfen angelaufen.