5. Finistere – Lissabon

Törnbericht

Endlich haben wir das Kap Finistere umrundet. Nun sollte eigentlich der portugiesische Norder einsetzen. Es ist aber schwachwindig bei mittlerer Dünung von ca 2m. Dazu durchfahren wir grosse Nebelbänke mit Sichtweiten unter 50m. Wir laufen in die Bucht von Muros ein und ankern vor dem Ort. Nach 87sm sind wir geschafft und essen an Bord, der Ort scheint sehr malerisch zu sein. Auf dem Wege nach Bayona fahren wir dicht an den naturschönen Inseln Cies vorbei. Bayona ist eine schöne Stadt mit alter Festung und guter Marina, nur die Marineros sind lustlos und unfreundlich.

Am 23. Juli geht die Fahrt von Bayona Richtung Portugal weiter. Kein Wind, aber Dünung, dazu später dichter Nebel. Mit dem Radargerät und GPS tasten wir uns vorsichtig an die Mole von Leixoes heran. Der Nebellichtet sich etwas, die Mole ist zu sehen. Wir fahren ganz langsam hinter die Mole und wollen im Vorhafen ankern. Plötzlich taucht eine weitere Mole auf. Es ist ein grosser Frachter, der sehr langsam den Hafen verlässt. Wir haben einen aktiven Radarreflektor, der ein kräftiges Echo erzeugt, vermutlich dachte er ein grosser Kollege läuft ein.

Der Yachtclub in Leixoes empfängt uns sehr herzlich in der gepflegten Anlage. Mit dem Bus fahren wir nach Porto und besichtigen die Stadt. Die Altstadt hat einen morbiden Charme. Die Viertel am Fluss liegen sehr schön am Hang. Wir lassen uns durch die Portweinkellerei von Grahams führen und gönnen uns zwei edle Flaschen. Unsere Tochter Sandra kommt für den Rest der Reise an Bord. Wir holen sie vom nahe gelegenen Flugplatz ab.

Mit verstärkter Mannschaft geht bei wenig Wind und weiterhin Nebel nach Figuera da Foz. Wie in jedem
Hafen ist auch hier für EU-Schiffe ein Formblatt auszufüllen. Offenbar eine Arbeits – beschaffung für die sehr freundliche Hafenpolizei. Nach ihrer Magengrippe kann Karin heute das erste Mal wieder richtig essen. Weiter geht die Fahrt bis Peniche, wo wir längseits an einen Katamaran gehen. Der Hafen ist sehr schwellig durch die Vollgas fahrenden Fischer. Wir laufen früh aus. Kein Wind und nur leichte Dünung. Karin hat den Rest der Crew mit Magengrippe angesteckt. Fast gleichzeitig geht die
Spuckerei los. Zur Strafe muss Karin alleine Ruder gehen. Dazu kommt dichter Nebel auf. Nun ist doch die ganze Crew gefordert. Kurz vor der Mole von Cascais lichtet sich der Nebel kurzfristig. Wir laufen schnell in die grosse moderne Marina ein. Nach Genesung der Crew fahren wir mit der Bahn nach Lissabon und zeigen Sandra diese wunderschöne Stadt. Natürlich besuchen wir die uralte Konditorei in Belem und essen die berühmten Pasteis de Belem.

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