4. Bilbao – La Coruna

Törnbericht

Auf der Fahrt von Royan nach Santander beginnt der Tag mit einem schönen Sonnenaufgang. Kurz darauf ziehen Wolken auf und der Wind steigert sich auf 7-8. Mit Gross und Fock stark gerefft laufen wir Höhe. Santander ist nicht zu halten, Guetaria wäre mit einem Schrick in den Schooten zu erreichen, aber der Wind dreht etwas und wir können Bilbao anliegen. Die See baut sich schnell auf. Unsere Mitsegler fanden diese Fahrt offenbar nicht so gut und haben in Bilbao einen Flug nach Mallorca gebucht.

Auf der weiteren Fahrt ist die NW-Dünung und der übliche Westwind das Problem. Wir laufen als nächstes die grosse Marina von Santander an. Abends Umtrunk mit Tine und Eugen von der Pavlow. Der kleine Hafen von San Vicente de la Barquera mit der quirligen Stadt folgt. Wir liegen an einem Fischer längseits, leider läuft er nachts um 2 Uhr überraschend aus. Die Marina von Gijon ist sehr gut auf Segler eingestellt. In der Stadt kaufen wir den berühmten Cerano-Schinken. Treffen die SY Pavlow wieder.

Freundliches Wetter, wenig Wind aber hohe Dünung auf der Fahrt nach Cudillero. Die enge Einfahrt ist einfacher als gedacht, die Riffe schützen vor der Dünung. Wir ankern und bringen eine Heckleine zum Steg aus (Bild links). Hübscher Ort, hier ist der Cidre Nationalgetränk. Auf der weiteren Fahrt schaukelt uns die Dünung gemischt mit alter Windsee durch. Dazu Wind von vorne, der langsam auf 23kn auffrischt. Wir laufen Luarca an und liegen zwischen Boje und Mole. Mit Beiboot und Kletterpartie gelangen wir in den sehr schönen Ort.

Zur Weiterfahrt ziehen wir am Abend vorher die Badeleiter ein und legen das Beiboot an Deck. Nachts hören wir Geräusche. Am Heck im Wasser sehe ich einen grossen Fisch, der sich als Schwimmer im Neoprenanzug entpuppt. Ein zweiter Mann steht auf der Mole. Der Schwimmer erklimmt eine Treppe, beide entfernen sich langsam. Wir leuchten mit Scheinwerfern, zwei Autos fahren ohne Licht ab. Offenbar hatte der Schwimmer versucht bei uns an Bord zu kommen. Was wollte er? Am nächsten Morgen fehlt einem Franzosen das Beiboot. Offenbar eine professionelle Diebesbande.

In der sehr geschützten kleinen Marina von Vivero wehen wir 5 Tage ein. Auf der Biskaya tobt ein Sturm. Eine Frau ertrinkt, mehrere Segler werden aus Seenot geborgen. Wir erobern die sehr schöne Altstadt und essen fast jeden Tag das hervorragende Mittagsmenu einschliesslich 1 Fl. Wein für nur 18,–DM bei Muro. Kaufen Draht zum abschliessen des Beiboots. Noch üble Dünung auf der Weiterfahrt nach La Coruna. Freundliche Marina und schöner Gang am Wasser entlang bis zum alten römischen Leuchttum. Er ist ca 1800 Jahre alt und war ununterbrochen in Betrieb.

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