3. Brest – la Rochelle

Törnbericht

Von L’Aberwrac’h fahren wir mit Schiebestrom duch den Chenal du Four mit 10,5 kn über Grund. Es ist ruhiges Wetter, bei Starkwind gegen Tide soll es hier gefährlich sein. Wir sparen uns die lange Einfahrt bis Brest und gehen nur bis Camaret . Ein schöner, ursprünglicher Hafen mit vielen Restaurants. Weiter geht die Fahrt durch Raz de Sein. Zwei Tage nach Springtide geht hier ein Strom von 5kn und schiebt uns mit bis zu 12kn über Grund. Trotz Flaute sehen wir viele Wirbel und brechende See. Bei Starkwind ist das hier eine unangenehme Ecke.

Kurz zuvor hatte uns der franz. Zoll kontrolliert, zwei Mann kamen vom Zollkreuzer per Schlauchboot
zu uns an Bord., alles OK. Sie empfehlen das Restaurant “Minaret” in Benedot. Wir gehen aber preiswerter direkt an der Hafenfront essen. Sardinen, vorzüglicher Salat und Dessert, dazu eine luftige Aussicht auf der Veranda im 1. Stock. Am nächsten Morgen versuchen wir Seekarten zu kaufen, Fehlanzeige. Immerhin geht ein brauchbarer Wind und mit diversen Kreuzschlägen wird es ein schöner Segeltag bis zur Einfahrt nach Lorient.

In der Einfahrt nach Lorient stehen noch die riesigen deutschen U-Bootbunker aus dem 2. Weltkrieg. Im alten Handelshafen, jetzt Marina, finden wir einen guten Platz. Während wir noch die Leinen klarieren, gibt es einen lauten Knall und wie ein Geschoss knallt das Achterstag aufs Deck. Der obere Isolator ist zerrissen. Direkt vor dieser Reise haben wir durch die Fa. Reckmannin Rellingen diese Isolatoren Fabrikat Norsemanneu einbauen lassen. Auf Nachfrage hat Reckmann vor dem Einbau versichert, dass diese Isolatoren halten. Bei einem Stückpreis von 600,–DM sollte man das auch erwarten können.

Es hätte sehr viel schlimmer kommen können, wir sichern den Mast mit der Dirk und klarieren auf. Am nächsten Tag fertigt ein Rigger innerhalb von 3 Stunden ein neues Achterstag ohne Isolatoren an. Schnelle, gute Arbeit. Abends kommen Eckard mit Freund Mille an Bord. Unser Bekannter Eckard hatte den Rigger besorgt. Eckard hat viele Tips zur Biskaya und weiss auch, dass die Langostinoszur Zeit günstig zu bekommen sind. Am nächsten Tag verdrängen wir den Ärger mit dem Achterstag durch ein Festmahl an Bord.

Es folgen schöne Segeltage mit Sonne und Wind bei mittlerer Dünung. Zuerst laufen wir Belle Ilean und bleiben im Aussenhafen zwischen Boje und Mole. Am nächsten Tag segeln wir zur Insel Ile d´Yeu und liegen komfortabel in der Marina. Der Hafen macht durch die vielen aktiven Fischkutter einen sehr lebendigen Eindruck. Vor La Rochelle bummeln wir in der Einfahrt, da wir sonst genau bei Niedrigwasser einlaufen würden. Eine Stunde danach haben wir gerade genug Wasser unter dem Kiel. Eine riesige Marina, aber sehr freundlich. Gemütliche kleine Restaurants in der Marina.Die Altstadt ist sehr lebhaft und malerisch mit Wehrtürmen am alten Hafen. In der Marina ist alles zu bekommen, auch Seekarten von Spanien. Am nächsten Tag Start nach Santander. In der mit Windsee überlagerten Dünung kommen wir trotz Maschine nicht recht voran. Daher segeln wir nach Royan und warten einen Tag ab. In der Gironde-Mündung bricht sich die Dünung heftig auf den nahen Bänken. Am 2. Juli 2001 um 15.00 Uhr starten wir bei Stauwasser zur 200sm-Fahrt nach Santander. Abends geniessen wir einen herrlichen Sonnenuntergang bei wenig Wind und mittlerer Dünung.

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