25. – 26. August Fehmarn

Heute Morgen sind wir Richtung Burgtiefe, auf Fehmarn, ausgelaufen.

Ein wunderschöner Segeltag mit achterlichem und halbem Wind, der uns schnell nach Fehmarn brachte. Als wir auf Burgtiefe zuliefen konnten wir schon sehen, dass hier deutlich mehr am Strand los war.

Wie sich herausstellte, fand der Kite-Word-Cup am Strand statt und wir genossen am Nachmittag die Einlagen der Kiter. Trotz der teilweise 14-17 kn Wind reichte es nicht für den Word-Cup, sodass die Kiter einige Showeinlagen brachten und sich von einem Jetski

 

in die Höhe ziehen ließen. Beachtliche 20m brachte einer der Profis zustande und konnte während der „Airtime“ einige Moves zeigen.

22.- 24. August Barhöft – Kühlungsborn

Mit theatralischem Wolkenhimmel verließen wir heute den Hafen Barhöft mit Ziel Warnemünde. Der Wind hatte inzwischen auf Süd-West gedreht. Auf dem Weg durch den Bodden sahen wir noch einen Segler, der bei dem starken Wind in flaches Wasser gekommen war und auf Schiet saß. Zum Glück überholte uns auf dem Weg dorthin bereits ein paar Minuten vorher ein Seenotrettungskreuzer der DGzRS um zu helfen. Als wir in Warnemünde gegen 17.00 Uhr ankamen, waren wir bereits ordentlich durchgeschaukelt und mächtig hungrig. Line hatte fast alle Xittrix Tabletten (hochdosiertes Vitamin C) aufgelutscht um nicht seekrank zu werden. Zuerst mussten wir bis zum Nothafen Darßer Ort mit zwei großen Schlägen gegen die beachtliche Welle kreuzen, um dann hoch am Wind und mit viel Welle Richtung Warnemünde zu segeln. Selbst Basti, unserem Bordbasilikum, wurde schlecht und das grün seiner Blätter wurde gefühlt noch grüner. Basti hatte sich bisher als sehr seefest erwiesen und war nur ab und zu mal aus seiner Halterung gerauscht. Beachtlich, wie lange sich so ein Basilikum bei liebevoller Pflege hält und danke für das viele leckere Blattzeugs. Nach dem Anlegen ging es erst einmal zum Hafenmeister und gleich darauf in die nächste Pizzaria.

Am nächsten Tag sind wir nach Kühlungsborn ausgelaufen und nach ca. 10sm auch wieder fest gewesen. Ein sehr schöner Hafen mit vielen Boutiquen, die direkt an den Stegen liegen und allem Anderen was so ein sonniger Strandtag benötigt. Am Abend gab es dann zum Sundowner noch kubanische Livemusik bis spät abends.

Heute sind wir von Kühlungsborn nach Grömitz gesegelt. Versprochen war ein Süd-West, der uns schnell in die Neustädter Bucht brachte und wie angekündigt später auf West drehen sollte. Leider haben wir es nicht ganz bis Grömitz mit dem Süd-Wester geschafft, sodass wir noch zwei Schläge machen mussten. Wir kamen gegen 16.00 Uhr in den Hafen und suchten vergeblich einen Liegeplatz. Selbst die Päckchen waren bereits voll und so haben wir die Nacht an einer Pfahlreihe gemütlich, aber ohne Landgang verbracht. Einige Schiffe, die nach uns einliefen, drehten ihre Runden und liefen dann wegen Platzmangels wieder aus.

19. – 21. August Stralsund

Am Morgen feiern wir mit Line Ihren Geburtstag, mit Allem, was zu einem ordentlichen 16. Geburtstag dazu gehört.

Gegen Mittag brechen wir auf, Richtung Stralsund, von wo Jan am Nachmittag mit dem Zug nach Hamburg fährt.

 

Am Abend gehen wir mit dem Geburtstagskind noch nett essen und brechen am nächsten Tag in Richtung Barhöft auf. Barhöft ist ein Absprunghafen in verschiedene Richtungen. Zwischen Barhöft und Warnemünde gibt es nur einen Nothafen, der z.B. bei Motor- oder Gesundheitsproblemen angelaufen werden kann. Gesundheitsprobleme gibt es eigentlich immer ;-). Der Wind für die nächsten Tage sieht nicht gut aus. Wir müssen nach Warnemünde und starker Westwind ist dann nicht wirklich angenehm, da wir für die lange Strecke (50 sm) viel kreuzen müssen. Daher beschließen wir den nächsten Tag in Barhöft zu verbringen, wo wir auf Drahteseln, die wir beim Hafenmeister leihen, die Gegend erkunden.

18. August Alte Fähr

Heute ging es nach Alte Fähr, der Kuchen für den Geburtstag ist für Morgen beim Insel e.V., einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, bestellt. Wir legen mit Ziel Strelasund (Rügenbrücke) ab. Die Brücke öffnet nur zu bestimmten Zeiten und so lassen wir es langsam angehen. Um 12.20 Uhr öffnet die Brücke pünktlich und lässt eine Vielzahl von Segel-, Motor- und Frachtschiffen durch die Brückenöffnung. Jetzt ist es bis Alte Fähr nur noch ein Katzensprung und gegen 13.00 Uhr legen wir in Alte Fähr an, wo Line uns schon freudestrahlend annimmt.

17. – 18. August Gager Gustrow

Bald sollten wir Lines 16. Geburtstag feiern, denn in zwei Tagen wollten wir in Alte Fähr (gegenüber von Stralsund) sein. Line hat dort in den vergangenen zwei Wochen ihren Jollen- und Surfschein gemacht. Anschließend kommt Line zu uns an Bord für die restliche Strecke zurück nach Wendtorf. Jan fährt mit der Bahn wieder zurück nach Hamburg.

Von Gager liefen wir morgens Richtung Gustow aus, denn wir mussten dringend unsere Klamotten waschen. Ein entspannter Segeltag brachte uns nach Gustow. Am Abend ließ Petrus alle Schleusen öffen und wir mussten nach langer Zeit wieder die Kuchenbude aufbauen. Am Abend in Gustow und bei Regen haben wir dann ein neues Kartenspiel erfunden. Es heißt „Störtebeker anno 1400“. Auf Kasinga.de werden wir demnächst die Spielregeln posten. Es basiert auf der sagenumwobenen Geschichte Klaus Störtebekers und kann von Jung und Alt gespielt werden. Die Spielregeln sind simpel und benötigt lediglich Skatkarten.

Download der Spielanleitung: Störtebeker anno 1400

14. – 16. August Bornholm Rügen

Inzwischen sind wir seit 44 Tagen auf der Ostsee unterwegs und genossen die wunderschönen schwedischen Schären und den schwedischen Sommer. Nach Tjarö haben wir die Schären nun hinter uns gelassen und unser Rückweg nach Kiel beginnt. Ein wenig traurig verlassen wir am Morgen den Hafen von Simrisham und sind nun, mit einem kurzen Tankstop, auf dem Weg nach Bornholm. Die Belle Amie begleitet uns ca. 1,5 sm voraus. An diesem wunderschönen Tag unter Vollzeug (Groß und Genua), genießen wir die Überfahrt, wobei wir durch das Bornholmgatt gehen. Das Bornholmgatt ist ein Verkehrstrennungsgebiet, ähnlich wie eine Autobahn, mit sehr viel Schiffsverkehr. Die Handels-, Fähr-  und Kreuzfahrtschiffe fahren alle unterschiedlich schnell und das Gebiet ist je Richtung ca. 4 km breit. Dieses Verkehrstrennungsgebiet durchqueren wir ordnungsgemäß und ohne Probleme im rechten Winkel, wobei die querlaufenden Schiffe Vorrang vor uns haben. Kurz hinter dem Trennungsgebiet kommt dann von Backbord ein 300m langer Tanker auf, der sich außerhalb vom Trennungsgebiet befindet und unseren Kurs queren will. Hier haben wir Vorfahrt!!!

Nach einem kurzen Funkgespräch fordern wir den Tanker auf, seinen Kurs zu ändern, was der Rudergänger mürrisch bestätigt. Der Tanker zieht ca. 200m vor uns vorbei.

Auf Bornholm genießen wir den Nachmittag in Rönne und gönnen uns einen großen Burger im Steakhaus. Mit Ulla und Reinhard lassen wir, bei einem Drink im Cockpit, den Abend ausklingen.

Am Morgen sind wir von Bornholm Richtung Sassnitz, auf Rügen, aufgebrochen. Wir erwarten einen mäßigen Halbwind, der uns schnell nach Rügen bringen soll. Es kommt natürlich anders.

Gegen Mittag nimmt der Wind ordentlich zu und wir müssen die Segel reffen. Die Wellenhöhe steigt auf ca. 2m an und beschert uns eine sehr ruppige Überfahrt. Gegen Nachmittag treffen wir in Sassnitz ein und machen im Yachthafen fest. Die Gastlandflagge von Dänemark wurde eingeholt und wir machen uns bewusst, dass wir wieder in der Heimat sind.

Sassnitz, besonders das Alt-Sassnitz, ist sehr schön und wir genießen nach der Schaukelei den Gang durch die malerischen Gassen.

 

Die ganze Nacht stand Schwell in den Hafen und so schaukelte dieser uns noch angenehm in den Schlaf.

Heute geht es nach Gager, einem kleinen Ort auf Rügen im Stralsunder Bodden. Das Wetter ist morgens bedeckt, am Nachmittag ist mit Sonnenschein zu rechnen, sagt zumindest der Wetterbericht. Vor der Hafeneinfahrt Sassnitz sehen wir ein Fahrzeug, welches als manövrierbehindert gekennzeichnet ist und etwas auf dem Meeresgrund hinter sich herschleppt (manövrierbehindertes Fahrzeug; 200m Abstand halten). Hinter uns verlassen vier weitere Schiffe den Hafen und wir laufen alle Richtung Bodden. Das Fahrzeug zieht vor uns (Abstand ist eingehalten) vorüber, als der Kapitän plötzlich einen Kreis fährt und von schräg achtern auf uns alle zuhält. Plötzlich hören wir 5 Signaltöne (Achtung!) und das Fahrzeug hält auf uns zu. Wie sollen wir bitteschön Abstand halten, wenn das Fahrzeug mit höherer Geschwindigkeit auf uns zuhält? Nach einem kurzen Funkgespräch bekamen wir die Anweisung nach Steuerbord auszuweisen. Die anderen Segler hinter uns bekamen noch seinen ganzen Frust zu spüren…

 

Der Kapitän macht einen auf irrer Iwan (wildes Zick-Zack) und brüllt dann noch den Yachten hinter uns zu, sie sollen gefälligst Abstand halten…und verschwinden…

 

Nach der ganzen Aufregung kam wenig später die Wasserschutz zu einem der anderen Yachten. Bestimmt ging es um den morgendlichen Vorfall. Der Kapitän war wohl mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden.

 

Die Kreuz auf dem Bodden nach Gager war wirklich entspannt und wir erreichten den Hafen bei herrlichem Sonnenschein. Am Abend wurden wir noch mit einem beindruckenden Sonnenuntergang belohnt. Hier sollten sich unsere Wege mit der Belle Amie am nächsten Tag trennen. Ein willkommener Anlass, den Abschied mit Cpt. Morgan und seinen Freuden, lange in die Nacht hinein, zu feiern. Zu erwähnen wäre noch der wahnsinnig schöne und klare Sternenhimmel.

11. August Tjarö

Tjarö war ein super Tipp von der Crew der Segelyacht Jakob, die wir zu Beginn unseres Sabbaticals in Simrisham getroffen haben. Tjarö gehört für uns zu einer unserer Traumschären. Auf dem Weg nach Tjarö gesellte sich die Belle Amie, die von Stockholm wieder Richtung Deutschland unterwegs war, auf See zu uns. Die Belle Amie kam von Sandhamn. Wir gingen zuerst mit Heckanker an diese Traumschäre und anschließend legte sich die Belle Amie an unsere Seite. Es wurde ein wunderschöner Abend mit der Crew der Belle Amie auf der Schäre, hoch (18m) über unseren Schiffen mit lecker gegrillten Steaks und einem guten Tropfen Wein. Noch vor Einbruch der Dunkelheit verlagerten wir, aufgrund des steilen Abstiegs (und des Weines!), unser Lager ins Cockpit von Kasinga, wo wir noch bis lange in die Nacht hinein den schwedischen Sommer genossen.

Belle Amie und Kasinga

 Abends beim Grillen auf der Schäre mit Belle Amie (links) Reinhard + Ulla

Trieb morgens vor dem Bug…keine Ahnung, was das bedeuten sollte!

8. – 10. August Karlskrona-Bredavik

Heute konnten wir endlich unseren Gennaker wieder auspacken. An der Spitze von Stenshamn gegenüber von Uttklippan bekamen wir achterlichen Wind und konnten unter Gennaker bis zur Einfahrt von Karlskrona laufen. In Karlskrona hat die schwedische Marine ihren Stützpunkt und die Festungsanlagen auf beiden Seiten der Einfahrt sind spektakulär. Hinter der Einfahrt von Karlskrona, zwischen den Befestigungsanlagen Drottningskars Kastell und Kungsholmfort, öffnet sich ein wunderschönes Schärengebiet. Etwas lebhafter und geschäftiger als die Schären oberhalb von Vestervik mit vielen Fähren, Kreuzfahrtschiffen, Seglern und Motorbooten. Da wir unsere Vorräte auffüllen mussten, beschlossen wir erst einmal in die Marina von Karlskrona einzulaufen, essen und einkaufen zu gehen. Für den nächsten Tag hatten wir uns eine schöne Ankerbucht, nur 3,5 sm östlich, ausgesucht. Die Ankerbucht war trotz des starken Windes sehr schön. Allerdings fahrt dort eine Schnellfähre den Anleger an, die zwischen den Inseln verkehrt und nicht unerheblich Schwell erzeugt.