26. – 31. Juli St. Vippholmen

Hej, Hej aus Schweden. In den letzten Tagen war es still um Kasinga. Der Grund; wir hatten nur eingeschränktes Netz oder gar kein Internet. Es fehlten sämtliche Voraussetzungen für´s bloggen. Die schwedische Natur hatte uns voll in ihren Bann gezogen und wir genossen die Einsamkeit in den verschiedenen Ankerbuchten oder an den Schären.

Auf der Schäre
Monäset vor Anker

Ok, auch die Schweden haben mal Wochenende und dann herrscht in den Schären Ausnahmezustand. Alles segelt, motort, rudert oder schwimmt durcheinander. Ok, das mit dem „schwimmt“ war übertrieben. Aber so fühlt sich das Wochenende in den Schären an.

Alleine

Wo wir vorher alleine waren, liegen nun mindestens 3 Schweden an jeder Seite an der Schäre. Jedes Stückchen Schäre wird belegt. Übrigens alle Schweden sind sehr nett und wir kommen eigentlich immer mit den Nachbarn ins Gespräch.

Der Schwede, fährt sehr vorsichtig in die Bucht (wegen der Klamotten die dort so herumliegen), schmeißt den Heckanker, fährt langsam an die Schäre und springt mit Hammer und mehreren

Schwedenhaken
Leinenmakramee

Schärenhaken an Land und dann wird die Schäre mit mehreren Haken bestückt, das Schiff daran festgemacht und anschließend das Wochenende genossen. Manchmal steht auch eine knorrige Kiefer auf der Schäre (keine Ahnung wie die sich dort hält) an der mindestens 2-3 Schiffe hängen.

 

So genug über das Schärenmanöver, die Bilder sprechen für sich!

Figeholm
Liegeplatz Figeholm
Leuchtturm Schärenfahrwasser Richtung Figeholm

 

24. – 25. Juli Schären-Loftarhammer-Västervik

Nach 6 Tagen in Buchten oder an einer Schäre mussten wir in Loftarhammar unsere Trinkwasservorräte und Kindles (Lesevorräte) auffüllen. Am Abend haben wir noch einen Ausflug zu zwei alten Mühlen gemacht. Der ausgeschilderte Weg durch den Wald endete auf einer großen Wiese. Plötzlich standen wir vor ca. 15 Kühen, die uns die Weiterreise verweigerten, indem sie eine 6er Kette über den Weg bildeten. Somit mussten wir einen andern und längeren Weg wählen. Das Jedermannsrecht gilt auch für schwedische Viecher! Komische Kühe in Schweden.

Am nächsten Tag ging es zum Ankern in eine nahe Bucht. Das Wetter war morgens noch bedeckt, riß später aber auf…und bescherte uns einen tollen Sonnenuntergang.

20. – 22. Juli Vinökalv

Wir starteten mit dem Filetstück der schwedischen Schären, einer kleinen Bucht, in der wir ankern aber auch an der Schäre festmachen könnten. Ein wunderbarer Törn bei Sonne und schwedischem Sommer durch die Schärenlandschaft.

Felsen und Wald wechselten sich ununterbrochen ab. Immer wenn wir um die nächste Ecke kamen dachten wir, schöner geht nicht…bis zur nächsten Ecke!

Gegen 1500 kamen wir in der Vindökalv Bucht an und waren begeistert von dieser Bucht doch auch etwas nervös, ob es mit dem ersten Festmachen an der Schäre klappt. Ein sehr nettes schwedisches Ehepaar gab uns ein Zeichen, neben ihnen festzumachen.

OK…Heckankermanöver beginnt! Zum Glück lief alles fast glatt, nur unser Heckanker griff nicht. Kein Problem, wir übergaben an Land die Leinen und ließen die Maschine rückwärts laufen und unser Nachbar brachte unseren Anker mit dem Dingi noch einmal aus. Wir hatten den Anker nicht lange genug sacken lassen, so dass dieser slippte! Am Abend haben wir dann mit einem wunderbaren Ausblick in der Abendsonne auf der Schäre, oberhalb von Kasinga, gegrillt. Was für ein Abend!

18. – 19. Juli Kalmar-Oskarshamn

Am Morgen liefen wir gegen 1000 aus, Richtung Schären.

Es war ein wunderschöner Tag mit viel Sonne und stetigem Westwind. Am Nachmittag hatten wir noch kurzfristig überlegt, die nächsten Schären anzusteuern. Kurz darauf nahm der Wind ab und wir beschlossen unseren ersten Ankerplatz Lindödjupet anzulaufen. Als wir in die Schären bei Boskären einliefen staunten wir über diese tolle Natur.

Der Ankerplatz war wunderbar geschützt und so ankerten wir auf 7m. Am Abend kam die Crew der belle amie noch auf einen Drink zu uns rüber, da wir vor lauter Erholung das Dingi nicht aufgeblausen hatten, sondern für unser leibliches Wohl sorgten. Hier sollten sich unsere Wege erst einmal trennen und wir verabschiedeten uns am Abend von der Belle Amie, die weiter Richtung Stockholm wollten. VIELEN DANK NOCH FÜR DIE VIELEN FOTOS VON KASINGA! Die erste Nacht vor Anker in den Schären war herrlich ruhig und wir beschlossen einen Tag in der Bucht zu bleiben. Am nächsten Morgen testeten wir, nachdem wir unseren Anker aufgeholt hatten, den Heckanker für die Schären. Wir wollten den Heckanker testen, da die Crew der SY Jakob von diesem Typ nicht überzeugt war. Natürlich funktionierte der Anker und fasste beim ersten Mal.

Ab in die Schären. Vorher ging es durch diese enge Passage!

16. – 17. Juli Kalmar Slott

Wir haben uns kurzfristig entschieden, einen weiteren Tag (Sonntag…mal wieder) in Kalmar zu bleiben und uns das tolle Schloss anzusehen. Der Abend zuvor war erstmals richtig warm und wir haben uns noch abends den Schlosspark angesehen und sind auf den Burgmauern spazieren gegangen. Wirklich atemberaubend war das Schloss von innen, wenn wir uns vorstellen, wie alt dieses Schloss bereits ist und was diese Mauern alles erlebt haben. Die Führung durch das Schloss war wirklich spannend und unser Guide hat nichts ausgelassen. Auch nicht den Groll, den die Kalmarer gegen die Dänen hegen, die damals ein regelrechtes Blutbad angerichtet haben. Spannend war auch die tägliche Weinmenge des Königs (aus den Proviantbüchern der Burg). Pro Tag trank der König 7! Liter Wein und regierte!

 

Bei der anschließenden Führung durch die unheimlichen Räume konnten wir spüren, wie der Überfall der Dänen abgelaufen sein musste. Wir waren froh, dass wir in 2017 leben. Am Tag zuvor sind wir mit der Crew der belle amie ins Gespräch gekommen. Die beiden sind wahre Schwedenkenner und haben uns am Abend in netter Runde viele tolle Tipps gegeben. Noch am Abend machten wir mit den Beiden Pläne für den nächsten Tag.

Das Wetter sollte sehr sonnig sein und der Wind im Mittel um 18-22kn. Es wurden 32kn und eine schnelle Fahrt nach Oskarshamn. Zum Glück hatten wir meistens halben Wind. Die beiden Rassys nahmen sich nichts und wir kamen in Oskarshamn am Nachmittag erschöpft an.

Der Hafenmeister muss noch erwähnt werden. In keinem Hafen im gesamten Norden hatten wir diesen Service und diese Gastfreundschaft bisher erlebt. Der Hafenmeister war, wie die Marineros in Italien, permanent mir dem Schlauchboot unterwegs und brachte die einlaufenden Schiffe nicht nur an ihren Liegeplatz, sondern half auf noch als Minischlepper mit dem Dingi beim Anlegen. Es wurde gedrückt und geschoben, bis die Schiffe an der Heckboje fest waren. Toll, und die Kollegin schleppte noch gefühlte 500m Stromkabel zu uns, damit wir an unserem Liegeplatz Strom für Kasinga hatten.

14. – 15. Juli Kurs Uttklippan-Sandhamn

Mit Kurs Utklippan,

Webcam von Utclippan: https://goo.gl/images/W1VtZA

einer kleinen vorgelagerten Schäre vor Karlskrona, sind wir ausgelaufen. Zuerst zum Frühstück unter Gennaker. Später nahm der Wind zu und unser schöner pinker Gennaker musste wieder in seiner Tasche verschwinden. Utklippan ist eigentlich ein Nothafen, der aus einem rechteckigen Becken besteht. Die Ansteuerung ist wegen der vielen Untiefen nur bei guten Wetter möglich. Bei uns herrschten inzwischen gute 2m Welle und 21 Knoten Wind. Wir entschieden uns kurzfristig, Utklippan auf dem Rückweg zu besuchen und weiter nach Sandhamn

zu laufen. Die Yachthäfen entlang der Küste sind häufig sehr klein, oftmals wird längsseits angelegt, mit Heckboje oder Anker. Sandhamn ist wunderschön und am Abend bekamen wir noch vom Schiff Shalom „Shalom Mission“, einem kirchlichen Schiff, einen kostenlosen Gottesdienst mit schwedischem Gesang.

Heute Morgen sind wir mit unseren schwedischen Päckchen-Nachbarn ausgelaufen mit dem Ziel unter Segeln zu frühstücken. Leider schlief der Wind ein und wir mussten auf das „unter Segeln“ verzichten und „unter Motor“ frühstücken. Mit dänischer Besegelung, d.h. das Groß-Segel blieb unter Motorfahrt stehen, ging es dann Richtung Kalmar. Die Fahrt entlang der Küste war sehr schön und es gab so manches zu entdecken. Jetzt liegen wir mitten in Kalmar im „Gästhamn“ und lassen den Tag mit Herrn Cpt. Morgan im Cockpit ausklingen.

Rathaus von Kalmar

12. – 13. Juli Simrishamn-Hällevik

Von Simrishamn ging es am Mittwoch bei leichtem Regen, leckeren Bratkartoffeln und achterlichem Wind durch die Hanöbucht nach Hällevik. Am Ende des Tages waren wir etwas (Sandra total) durchgefroren und freuten uns über den heißen Tee und schwedische Zimtschnecken (und Sandra über die Wärmflasche). Am Abend wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt….

Heute Morgen lachte wieder die Sonne bei 20 kn Wind aus Nordwest. Wir nutzten den Tag, um eine Heckankerhalterung zu bauen, damit unser Heckanker für die Schären immer klarliegt. Am Hafen gibt es ein Super-Schiffsausrüster-Allerlei-Krims-Krams-Markt. Vom Brot, geht es über Obst- und Gemüse in die Krims-Krams-Abteilung, weiter zur Schiffsausrüsterabteilung mit Schwedenhaken (Schärenhaken). Danach beginnt der restliche Teil des Supermarktes mit Kühltheke, Fleisch und Chipsregalen. Ordnung muss schließlich sein. Hatten wir erwähnt, dass es auch Socken und Schuhe gab.

11. – 12. Juli Rönne-Simrishamn

Nach dem Aufsehen sind wir aus Rönne ausgelaufen mit Kurs auf Simrishamn. Die Fahrt war sehr entspannt, der Wind perfekt, wir düsten mit 7 kn wieder der schwedischen Küste entgegen. Mitten im Verkehrstrennungsgebiet kam überraschend Seenebel auf. Die Sichtweite

lag unter 50m. Das ist schon etwas unheimlich, wenn man nichts mehr sieht, aber die Containerschiffe um einen herum tuten. Zum Glück haben

wir AIS und Radar. Einen Frachter haben wir zur Sicherheit angefunkt und ihn gefragt, ob er uns sieht. Er hatte uns schon auf dem Schirm und meinte das passt.

In Simrishamn lagen wir neben einer sehr netten Familie, mit der wir ins Gespräch kamen. Am Ende des Abends saßen wir bei ihnen an Bord mit unseren Seekarten und malten ganz wild viele Kreuze auf die Schären. Die Familie war in ihrer Elternzeit eine Zeitlang in den Schären unterwegs und hat uns eine Menge Tipps gegeben, wo man gut festmachen kann und welche Schärengebiete schön sind.

 

9. – 11. Juli Ystad-Rönne

Am Morgen war unser Ziel eigentlich noch Simrishamn, ca. 35 sm von Ystad entfernt. Als wir auf See waren, haben wir festgestellt, dass wir auch nach Bornholm segeln könnten. Nach einem Blick auf den Plotter war die Entscheidung gefallen. Wir haben doch Zeit! Planänderung, Kurs Bornholm; Rönne mit halben Wind. Die Schnellfähren und das Verkehrstrennungsgebiet machten uns keine Probleme. Der Kapitän des Frachters „Emma“ war sichtlich erfreut, als wir uns über Funk gemeldet haben und ihm Vorrang gewährten.

Auf dem Weg nahm der Wind und die Welle stetig zu. Teilweise liefen wir 8,2 kn. Wir erreichten Rönne am späten Nachmittag, sodass wir uns entschlossen, den Handelshafen anzulaufen, da der Yachthafen mit seinen Plätzen bestimmt voll sein musste. Außerdem stand eine beachtliche Welle vor Rönne. Im Handelshafen lagen wir an dem Kai direkt an der Straße.

Das Ein- und Auslaufen der Schnellfähre war aber ganz spannend. Am Abend wollte die Schnellfähre noch ins Päcken, aber wir lehnten ab und der Kapitän musste doch gegenüber an den Kai. Am nächsten Tag haben wir uns direkt nach dem Aufstehen in den Yachthafen verholt. Dort war es deutlich ruhiger. Wir beschlossen Bornholm auf Fahrrädern zu erkunden. Leider waren das Po-Aua-Fahrräder, so dass wir nur einen kleinen Teil erkundet haben. Die Insel ist super schön, Wald, Dünen, Klippen und sogar einen Wasserfall gibt es.

7. Juli 2017 Rodby-Klintholm

Donnerstag sind wir um 8 Uhr ausgelaufen aus Klintholm. Es war sehr wenig Wind, aber um unsere neuen Gennaker zum ersten Mal auszuprobieren genau richtig. Das Frühstück unter dem pinken „Schirm“ war dann sehr schön ?

Die 30 sm nach Skanör waren sehr entspannt. Der Hafen gefällt uns so gut, dass wir noch einen Tag dort geblieben sind und den frischen Lachs vom Fischmann auf dem Grill genossen haben.

Leider haben wir hier beim Fischmann erst erfahren, dass unsere Schwedischen Kronen 100er Scheine, die wir genau hier in Skanör vor 2 Jahren abgehoben haben, nicht mehr gültig sind. Es wurden neue Scheine eingeführt und die Frist um die alten Scheine einzutauschen ist am 30.06.2017 abgelaufen ? Jetzt kann man die Scheine nur noch zu der Schwedischen Nationalbank schicken mit einem Formular und bekommt dann das Geld auf sein Konto überwiesen. Wir wissen noch nicht, ob das auch mit einem deutschen Konto klappt. Also sind unsere Restbestände von 500 SEK erst einmal nutzlos für uns ?.