2. Eastburne – L’Aberwrac’h

Törnbericht

Von Dover laufen wir bei dunklem Schauerwetter aus. Hoch am Wind mit teils über 8kn wird es eine schnelle Fahrt bis Eastburne. Zur Marina muss eine Schleuse passiert werden. Ein Fischer ärgert uns beim Anlegen in der Schleuse mit seinem Schraubenwasser. Der Ort ist ist neu gebaut, weitläufig, recht kahl.(Hafengeld 82,– DM). Michael hat Probleme mit seinem Nacken, er wurde vor einigen Tagen eingerenkt. Die Nackenprobleme bleiben auch am nächsten Tag, Michael wird daher in Cowes das Schiff verlassen. Am nächsten Morgen geht es weiter hoch am Wind mit schneller Fahrt Richtung Cowes. Am Himmel zeigt sich häufig die Sonne zwischen den Wolken.

Im äusseren Tonnenstrich der Isle of Wight flog uns direkt ein Hubschrauber an und bat darum, mit uns eine Übung machen zu dürfen. Sie seilten einen Mann ab, den wir per Leine zu uns an Bord zogen. Während des ganzen Manövers fuhren wir 7kn. Über uns dröhnte in ca 20m Höhe der Hubschrauber. Es war aber überhaupt kein Abwind zu spüren. Nach kurzem Aufenthalt hat sich der Mann mit Handschlag verabschiedet und war ruck zuck wieder an Bord des Hubschraubers. Das war eine sehr professionelle Leistung und für uns eine gute Übung.

In Cowes haben wir in der Marina einen guten Liegeplatz gefunden. Bei der anschliessenden Ortbesichtigung fanden wir den Laden des berühmten Fotografen Beken mit wunderbaren alten Yachtfotos. Teilweise ist Cowes recht urig und nobel, aber überwiegend doch touristisch geprägt. Wir hatten uns von diesem Segelmekka mehr versprochen. Am nächsten Tag ist der Wind weg. Wir motoren an den Needles vorbei und umrunden auch Portland Bill problemlos. Der Strom schiebt kräftig mit. Bei Niedrigwasser erreichen wir nach 91sm über Grund den Hafen von Brixham.

Am Nachmittag laufen wir bei gutem Wetter und leichten Winden aus. Nachts ist reger Schiffsverkehr im Kanal. Die dicken Pötte sind aber gut kalkulierbar. Nervig sind die Fischer, die uns zu Ausweichmanövern zwingen. Vor der franz. Küste hohe Dünung, die Ansteuerung von L’Aberwrac’hbei Brest ist zwar gegen die Morgensonne schlecht zu erkennen, aber einfacher als gedacht. Wir liegen hier an einer Boje im Naturhafen und geniessen das franz. Leben. Einige Mails gehen hin und her, dann wird beschlossen, dass unsere Seefrauen nach Brest fliegen und wir den weiteren Teil der Reise gemeinsam machen. Grosses Hallo mit Übersetzen im Schlauchboot sowie Menu im Cockpit zum Empfang der Damen.

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