14. – 16. August Bornholm Rügen

Inzwischen sind wir seit 44 Tagen auf der Ostsee unterwegs und genossen die wunderschönen schwedischen Schären und den schwedischen Sommer. Nach Tjarö haben wir die Schären nun hinter uns gelassen und unser Rückweg nach Kiel beginnt. Ein wenig traurig verlassen wir am Morgen den Hafen von Simrisham und sind nun, mit einem kurzen Tankstop, auf dem Weg nach Bornholm. Die Belle Amie begleitet uns ca. 1,5 sm voraus. An diesem wunderschönen Tag unter Vollzeug (Groß und Genua), genießen wir die Überfahrt, wobei wir durch das Bornholmgatt gehen. Das Bornholmgatt ist ein Verkehrstrennungsgebiet, ähnlich wie eine Autobahn, mit sehr viel Schiffsverkehr. Die Handels-, Fähr-  und Kreuzfahrtschiffe fahren alle unterschiedlich schnell und das Gebiet ist je Richtung ca. 4 km breit. Dieses Verkehrstrennungsgebiet durchqueren wir ordnungsgemäß und ohne Probleme im rechten Winkel, wobei die querlaufenden Schiffe Vorrang vor uns haben. Kurz hinter dem Trennungsgebiet kommt dann von Backbord ein 300m langer Tanker auf, der sich außerhalb vom Trennungsgebiet befindet und unseren Kurs queren will. Hier haben wir Vorfahrt!!!

Nach einem kurzen Funkgespräch fordern wir den Tanker auf, seinen Kurs zu ändern, was der Rudergänger mürrisch bestätigt. Der Tanker zieht ca. 200m vor uns vorbei.

Auf Bornholm genießen wir den Nachmittag in Rönne und gönnen uns einen großen Burger im Steakhaus. Mit Ulla und Reinhard lassen wir, bei einem Drink im Cockpit, den Abend ausklingen.

Am Morgen sind wir von Bornholm Richtung Sassnitz, auf Rügen, aufgebrochen. Wir erwarten einen mäßigen Halbwind, der uns schnell nach Rügen bringen soll. Es kommt natürlich anders.

Gegen Mittag nimmt der Wind ordentlich zu und wir müssen die Segel reffen. Die Wellenhöhe steigt auf ca. 2m an und beschert uns eine sehr ruppige Überfahrt. Gegen Nachmittag treffen wir in Sassnitz ein und machen im Yachthafen fest. Die Gastlandflagge von Dänemark wurde eingeholt und wir machen uns bewusst, dass wir wieder in der Heimat sind.

Sassnitz, besonders das Alt-Sassnitz, ist sehr schön und wir genießen nach der Schaukelei den Gang durch die malerischen Gassen.

 

Die ganze Nacht stand Schwell in den Hafen und so schaukelte dieser uns noch angenehm in den Schlaf.

Heute geht es nach Gager, einem kleinen Ort auf Rügen im Stralsunder Bodden. Das Wetter ist morgens bedeckt, am Nachmittag ist mit Sonnenschein zu rechnen, sagt zumindest der Wetterbericht. Vor der Hafeneinfahrt Sassnitz sehen wir ein Fahrzeug, welches als manövrierbehindert gekennzeichnet ist und etwas auf dem Meeresgrund hinter sich herschleppt (manövrierbehindertes Fahrzeug; 200m Abstand halten). Hinter uns verlassen vier weitere Schiffe den Hafen und wir laufen alle Richtung Bodden. Das Fahrzeug zieht vor uns (Abstand ist eingehalten) vorüber, als der Kapitän plötzlich einen Kreis fährt und von schräg achtern auf uns alle zuhält. Plötzlich hören wir 5 Signaltöne (Achtung!) und das Fahrzeug hält auf uns zu. Wie sollen wir bitteschön Abstand halten, wenn das Fahrzeug mit höherer Geschwindigkeit auf uns zuhält? Nach einem kurzen Funkgespräch bekamen wir die Anweisung nach Steuerbord auszuweisen. Die anderen Segler hinter uns bekamen noch seinen ganzen Frust zu spüren…

 

Der Kapitän macht einen auf irrer Iwan (wildes Zick-Zack) und brüllt dann noch den Yachten hinter uns zu, sie sollen gefälligst Abstand halten…und verschwinden…

 

Nach der ganzen Aufregung kam wenig später die Wasserschutz zu einem der anderen Yachten. Bestimmt ging es um den morgendlichen Vorfall. Der Kapitän war wohl mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden.

 

Die Kreuz auf dem Bodden nach Gager war wirklich entspannt und wir erreichten den Hafen bei herrlichem Sonnenschein. Am Abend wurden wir noch mit einem beindruckenden Sonnenuntergang belohnt. Hier sollten sich unsere Wege mit der Belle Amie am nächsten Tag trennen. Ein willkommener Anlass, den Abschied mit Cpt. Morgan und seinen Freuden, lange in die Nacht hinein, zu feiern. Zu erwähnen wäre noch der wahnsinnig schöne und klare Sternenhimmel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.