1. Cuxhaven – Dover

Törnbericht (kursiv: Logbucheinträge)

In Cuxhaven lagen wir sehr gut geschützt und freundlich betreut in der Marina Cux direkt in der Stadtmitte.

Cuxhaven

Vor der Hafeneinfahrt steht ein starker Ebbstrom von ca. 4kn und dadurch ein erheblicher Versatz bei der Einfahrt. In der Marine Cux, gleich hinter der Klappbrücke, werden wir sehr freundlich empfangen und finden einen guten Platz. Allerdings stecken wir bei Niedrigwasser leicht im Schlick. Sturm in Böen bis 10 hält uns in Cuxhaven fest. Wir tätigen allerlei Besorgungen und treffen meinen “fast” Namensvetter Peter tom Suden. Über Pfingsten immer noch Sturm und Regen. Die Mitsegler reisen Pfingstmontag und am Dienstag an. Am Dienstag laufen wir dann gleich zur Eingewöhnung nach Helgoland aus.

 Pfingsten ist Sturm auf der Nordsee. Wir verschieben die Abreise auf den 5. Juni 2001. Die Crew bis England besteht aus Skipper Peter sowie Norbert, Dieter und Sven.

Zum Angewöhnen geht der erste Törn nach Helgoland.

Helgoland

Wind anfangs brauchbar mit W, S, SW 3-4 dann aber flau und Motorfahrt zur Insel. Essen im Fischrestaurant und Inselrundgang bis zu den beeindruckenden Lummerfelsen. 

Der Ort selbst ist leicht heruntergekommen und nur auf Massen- Tagestourismus ausgerichtet. Die Liegemöglichkeiten für Boote sind sehr einfach, meist bilden sich grosse Päckchen. Das Hafenklo hat abends geschlossen, das nahe gelegene Restaurant verlangt 2,–DM pro Klogang. Der Hafenmeister erscheint nicht mehr, ansonsten wäre neben Hafengeld auch Kurtaxe mit 5,–DM pro Person fällig

Wir laufen morgens um 4.00 Uhr nach Borkum aus. Der Ebbstrom der Ems läuft mit 3 kn gegen uns.

Das Wetter überrascht die Segler mit einer Wellenstörung und 40 kn Wind.

Der zwangsweise Hafentag wird zur Besichtigung Borkums genutzt. Peter hält in dem schwelligen Hafen vorsichtshalber Leinenwache.

Borkum

Frühes Auslaufen um 4.30 Uhr von Helgoland. Durch den Berufsverkehr und die Verkehrstrennungsgebiete wird die Fahrt nicht langweilig. Insgesamt kommt uns die Fahrt weit vor, besonders die Einfahrt nach Borkum ist zäh, da die Tide mit ca. 3kn gegen uns steht. Wegen angesagtem NW gehen wir in den Schutzhafen. Dort ist die Marine ausgezogen und 2 Stege sind für Yachten reserviert. Nettes Hafenmeisterpaar. Der Hafen ist aber schwellig, wir befürchten Leinenbruch wenn Kasinga einruckt. Die Idee von hier über Delfzyl und die Kanäle bis Ilmuiden zu fahren wird verworfen. Der max erlaubte Tiefgang beträgt nur 1,8m und wir haben auch keine ATIS-Funke an Bord. Kompetente Beratung durch den Hafenmeister. Liegegeld: 27,–DM

Datum: Mi 06.06.01  Tagesdistanz Motor: 79  Segel: 0  Summe: 79 sm

Endlich kerniger Segelwind mit Sonnenschein. Allerdings auch Schauerböen und ruppige See. Teile der Crew haben Probleme. Dadurch wird die Nacht bis Den Helder etwas anstrengend für Peter und Norbert.

Den Helder

Der gute Wind und die Sonne treiben uns bei Hochwasser aus dem Hafen von Borkum. Einzelne kräftige Schauerzellen mit viel Wind ärgern uns die ganze Fahrt. Aber wir segeln! Kasinga schiebt hoch am Wind, ohne zu knallen, durch die Nordseewellen. Nachts schiebt der Motor mit. Eine schöne helle Nacht mit Vollmond. Der Seegang ist zwei Mitseglern zu viel, einer fällt länger aus, der zweite entleert nur kurz. Insgesamt dadurch anstrengend diese Fahrt für den Rest der Mannschaft.

In Den Helder werden wir sehr freundlich aufgenommen und finden einen guten Liegeplatz. Die niederländische Marine betreibt diesen Hafen. Im Clubheim wird ein vornehmes, aber preiswertes Menu angeboten. Auf dem Weg zur Stadt ein interessantes U-Boot-Museum und schöne alte Marine-Gebäude. In der Stadt nette Fussgängerzone, aber wenig Historisches. Liegegeld: 37,– HFL

Datum: Sa 09.06.01 Tagesdistanz Motor: 64 Segel: 51 Summe: 115 sm

Die Fahrt geht weiter über Scheveningen nach Zeebrugge mit perfektem Segelwind und nur wenigen Kreuzschlägen.


Scheveningen

Viel Motoreinsatz, wenig Segeln. Flotte Fahrt nach Scheveningen. Guter Platz und sehr gutes und preiswertes Essen im Clubrestaurant. Die Stadt ist recht einfach gebaut, viele Neubauten. Aber schöner breiter Strand mit Promenade. Am Hafeneingang lag der Grossegler Amsterdam. Liegegeld relativ hoch: 59,– HFL

Datum: So 10.06.01  Tagesdistanz Motor: 46 Segel: 13  Summe: 59 sm

Auf der Fahrt von Zeebrügge nach Dover ist eine genaue Navigation erforderlich. Wir fahren im Zickzack durch die vielen Flachs.

Das Trennungsgebiet bei Dover kreuzen wir vorschriftsmässig. Es wurden aber einige Ausweichmanöver erforderlich.

Zum Einlaufen in den Hafen von Dover muss über Funk die Genehmigung eingeholt werden.

Dover

Heute ist eine genaue Navigation erforderlich, wir müssen durch die komplizierten Flachs von Tonne zu Tonne fahren. Es geht leichter als erwartet. Schönes Wetter, aber nur kurze Zeit Segelwind. Das Trennungsgebiet bei Dover kreuzen wir mit Respekt. Es werden mehrere Ausweichmanöver erforderlich. Kurzfristig fahren wir mit dem Verkehr, bis unser Querkurs wieder frei ist. Sehr beeindruckend von See die weisse Kreideküste.

Dover darf nur mit Genehmigung angelaufen werden, sehr freundlich werden wir gebeten kurz zu warten und dann ist die Einfahrt frei. In der Marina erhalten wir über Funk einen ausgezeichneten Platz im Tidal Harbour. Ohne Schleuse kann dieser Hafen jederzeit angelaufen werden.

Abends besuchen wir einen ausgezeichneten Pub und geniessen das eigenwillige Bier. Die Stadt hat viel Interessantes und auch der Gang auf die Klippen ist sehr lohnend. Am Wochenende sind die Pubs rammelvoll.

Am Mi reist Norbert ab, am Do auch Dieter und Sven. Am Fr kommen Holger und Michael. Hafengeld hoch: ca 77,–DM

Datum: Di 12.06.01 Tagesdistanz Motor: 71 Segel: 10 Summe: 81 sm

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